Tag Archive | görli

Angriff der Seelsauger

angriff der seelsauger

Kreuzberg für Refugees und Fixer
Statt bürgerliche weiße Wixer
Grüne kommen mit der Polizei
Wir haben unsern Anwalt dabei
Doch was heißt schon Demokratie?
Gott gab euch die Diakonie
Die sind super qualifiziert
Für Hitler hamse auch interniert
Angriff der untoten Seelsauger
Gesteuert ausm Bullenhubschrauber
Arier auf Mission oder Missionare
Gegen Ohlauer und Cuvrybrache
Monika hat einen Traum:
Biotonnen statt Wohnraum
Biogemüse statt freies Hanf
Dafür zieht ihr in den Kampf
Hinter euch, hinter Hitler?
Bürgerliche weiße Wixer

Monika und Plutonia – Weiße Wixxer kommen selten allein

Nicht erst seit Beginn des Refugee Strike feuert Plutonia Plarre (TAZ) wie aus der Knarre „kritische“ Berichte gegen Schreckgespenster des „TransAtlantischen Zentralorgans“:

• „Dilek Kolat (SPD), war es dann, die die Flüchtlinge […] zum vorläufigen Abbruch der Protestaktion bewegen konnte. […] Danach brach Jubel aus.“
• „[Monika Herrmann] lobte Panhoffs Engagement bei der besetzten Schule: ‚Er hat für den Bezirk monatelang seinen Kopf hingehalten.‘“
• „Die Flüchtlinge […] sollen […] feste Regeln erwarten.“
• „Bezirk ist erpressbar geworden“
• „Die Linie Kreuzbergs, auf Gespräche zu setzen, sei richtig, sagt Grünenpolitiker Wolfgang Wieland.“
• „In Berlin hat ein Polizist einen jungen Kriminellen erschossen. Nach dem milden Urteil für den Beamten finden Autonome, Migranten und Ex-Gangster zusammen.“

In der Bewegung gibts auch vieles was mich stört. Aber ich kanns der Szene direkt sagen. Plarres Berichte sind begleitet von Schnappschüssen aus sicherer Entfernung und Gossip vom Bioregal über „autonome Spinner, die Flüchtlinge missbrauchen.“

Mich fasziniert nicht der vorhersehbare Inhalt ihrer Berichte für die “Bewegungszeitung”, sondern die gut vermarktete Unwissenheit dieser Lehnstuhlethnologin.

Weil sie verdeckt arbeitet, wusste ich auch 2 Jahre lang nicht, wer sie ist, anders bei ihrem Hauskollegen Jakob, der wenigstens eine Position zu unkritischen Weißheiten hat. Selbst zwischen „Radikalen“ braucht er weder Pseudonym noch Personenschutz.

Die Weißheit der Plarre („„Kreuzbergs Bürgermeisterin [sagt] radikalen Störern gründlich die Meinung.“) trat auch bei der „Bürgerversammlung“ im CHIP am 19.2.2015 recht ungehemmt zwischen ihren Ohren aus. Ich überlebte den Erguss:

Als wir „Radikalen“ Innenstaatssekretär Krömer (CDU) laut baten, die Versammlung nicht länger zu stören, kam eine Frau auf meine Gruppe zu und fragte:

„Warum lasst Ihr ihn nicht einfach kurz reden? Sind doch nur 90 Sekunden.“

„Warum steht hier überall Saalschutz mit Armbinden, warum sind nur Polizisten zur ‚konstruktiven‘ Lösung eingeladen worden?“

„Ja, aber jeder weiß doch was im Görli los ist.“

„Wohnst du überhaupt in Kreuzberg, siehst wie die Bullen täglich Terror machen?“

„Nee, in Schöneberg. Aber ich kenn das ja, aus der Zeitung und so.“

Sie kam dann mit einem Notizblock wieder, stellte sich unangenehm nah an unsere Bierbank und begann zu kritzeln.

„Sag mal, bist du von der Presse? Das hättest du auch vorher sagen können. Gehört zum guten Ton.“

„Ähm, ja, also…“

„Warum redest du überhaupt mit uns? Wenn du Journalistin bist, frag doch mal die Flüchtlinge dort drüben was sie denken, jetzt hast du die Gelegeheit.“

„Nee, brauch ich nicht, kenn ich schon alles.“

So endete mein flüchtiges Gespräch mit der Plörre von der TAZ. In Zukunft mach ichs mit ihr, wie sie mit den Flüchtlingen: Über sie schreiben ja. Mit ihnen reden? Nein danke!

Herrmanns Helfer – Heimatschutz zu Gast in Kreuzberg

Heimatschutz Henkel

19.2.2015, 19 Uhr. Chip Jugendzentrum,  Berlin-Kreuzberg Der Saalschutz steht schon am Eingang. Schwarze Binden, dicke Arme – und die einzigen “Mihigranten” von 200 Teilnehmenden (ausser die Jungs hinter der Theke). Trotz dieser schamlosen Weissheit brüllt Monika Herrmann zum Finale dem gegnerischen  Publikum zu: “Ich tu das auch für die Migranten, die zu mir in die Bürgersprechstunde kommen.” Erinnert an den Abgang von Stasi-Chef Mielke in der Volkskammer: “Ich liebe euch doch alle!” Für die Migranten, die keine Bürger sind, hat Monika Innensenat, Polizei und Ordnungsamt eingeladen. Als Kuschelbrigade dürfen ein Heini vom Unternehmerverband Club Commission (“blooooosz nix von Drogen, wir wollen nur Party”) und eine Vertreterin des Afrodeutschen-Vereins Joliba (“Wir können doch auch nichts ãndern”) die Laudatio für Monikas Task Force halten. Blöderweise sind auch einige Migranten da, die nicht in die Bürgersprechstunde dürfen. Und ihre Unterstützer. Obwohl ich persönlich inzwischen als Gegner komme. Hab keim Bock mehr meinen Hass gegen Grüne hinter Liebe für Flüchtlinge zu verstecken. Innensenatssekretär Krömer (der in den 80ern bei der Rausländerbehörde war) kommt nicht zu Wort. Die Moderatorin ruft 10 Minuten pause aus, “damit alle Gegner den Saal verlassen können.” 10 min sind um, war nix. So zieht die Moderatorin die Publikumsfragen etwas vor. Jetzt dürfen sich die Ordnungshüter 1 Stunde lang anhõren, wie sie den Gõrli zum Ghetto machen. Wie ihre Bullen Menschen jagen, ausrauben, ihre Pässe stehlen oder besoffen frühmorgens “Schwarzfrikaner” vor einem Kinderladen verprügeln.  Einer aus dem Park gesteht offen: “Ja ich deale.” Und bricht in Tränen aus. Ein Redner ruft eine Schweigeminue für Sista Mimi aus. Ratten-Nazi Wansner (CDU) und seine christlichen Freunde bleiben – als einzige – demonstrativ sitzen. Sogar einige Bürgi-Schwachmaten kommen zu Wort. Es geht um die Kinder und pflanzen und blaaa. Erst kurz vor 9 geht das Mikro an die Podiumsgäste. Trotzig lädt jeder seine 10 Sätze Heimatschutz ab. Niemand hörts. Der Saal tobt. Die Dooferatorin bittet um Handzeichen, falls “die Mehrheit” wünscht dass “die Störer” mit Gewalt geräumt werden. In der Not greift der Tyrann stets zur Volksbefragung. Leider verweigern selbst die Wut-Omis aus dem Kirchencafe ihr Handzeichen. Die Presseleute kriegen ihre Show. Eine von der TAZ (Transatlantisches Zentralorgan) fragt uns, warum wir den Krömer nicht einfach reden lassen.Die Nazis wollten auch nur reden. Und ihre Mordkommandos begannnen als einfache Saalschützer. Nee danke. Außerdem kennt Frau Taz ja die Problemlage. Aus der Zeitung. “Willste nicht mal die Anwesenden aus dem Görli befragen?” “Nee brauch ich nicht. Als Journalistin weiß ich ja was da los ist.” Die “zivilisierte” Bürgerversammlung unter Vorsitz der Polizei ist geplatzt. Aber heute nacht gehen die “weissen Wixer” (Herrmann) weiter auf Menschenjagd. Und Herrmann pienst rum weil wir sie rassistisch nennen. Red dir ruhig weiter ein, du könntest noch tiefer sinken. Ich lache über Bärgida. Mein Problem ist Monika.

Warum nicht mal zum Alibi nen Wohlfahrtsverband oder Amnesty eingeladen? Warum nur Task Force-Faschos? Und warum hat der Veranstalter Pannhof nicht ein Wort gesagt? Wir wissen wie ein Kriegsrat aussieht.

Bio-Polizei wirbt weiter für den Drogenhandel

bio-company

Mit neuen Infoblättern wollen Angelas Engel die verkifften Hipster im Görlitzer Park vor den Leuten warnen, die ihnen das Dope verkaufen. Aber warum floriert der Drogenhandel, je mehr die Bullen, die Presse, die Regierung darüber labern? Marketing für die Drogenindustrie geht wohl auch ohne Rap-Musik, ganz nach Zivilprozessordnung.

In jedem alternativen Reiseführer ist Görli der Ort, wo du biliges, gutes Dope von zuvorkommenden Dealern bekommst. Die Polizei hält den Ort für eine Räuberhöhle. Dabei ist hier das McWeed Berlins – jeder Verkäufer ist austauschbar und verdient nur gerade so viel, dass er morgen wieder da stehen muss.

So wird jeder schmierige Hornbrillenträger mit dem breitesten Amikellnerlächeln begrüsst und das Preis-Leistungsverhältnis ist dank der brutalen Konkurrenz unter den Dealern immer ausgezeichnet. Wer die Schlange vor dem Hühnerhaus kennt, weiß wie weit die Kunden für ein Schnäppchen gehen.

Neben dem kanonenbewehrten deutschen Arbeitsmarkt hat sich ein perfekter freier Markt entwickelt [perfekt im Sinne der liberalen Theorie, nicht der Arbeitsbedingungen]. Die Polizei erfüllt hier nur eine Funktion, die das Finanzamt bei angemeldeten Gewerbetreibenden erfüllt.

Es gab in der Geschichte keinen Fall, in dem staatliche Organe langfristig den Handel mit einer Ware verhindert hätten. Gesetze können nur die Preise beeinflussen. Wohin fließen die Preiserhöhungen? Nach Senegambia sicher nicht. Der deutsche Repressionskomplex wächst mit dem Drogenmarkt. Die Polizei hat kein Interesse daran, den Drogenhandel einzudämmen, denn das „Kriminalitätsproblem“ schafft öffentliche Stellen für das deutsche Fuß(ball)volk.

Es wurde häufig angemerkt, wie völlig übertrieben die täglichen Truppeneinsätze gegen Leute sind, die sich nicht mal trauen mit der Bahn zu fahren. Und was für einen geringen Effekt eine Kontrolle des Einzelhandels hat. Denn die großen Umsätze werden im Großhandel gemacht.

Regelmäßig werden Grasplantagen in deutschen Reihenhaussiedlungen ausgehoben. Auch aus meiner grün-schwarzen Jugendstadt kenne ich solche Fälle. Aus genau dieser Klientel, christlich-naturkonservativ, gerne mal Einen zwirbelnd, stammt auch die Rudowerin Frau Herrmann. Den Joint auf dem Bio-Wochenmarkt will sie ihrer Klientel nicht verwehren und wo geraucht wird, muss auch gehandelt werden – nur die Schwarzen müssen raus.

Herrmanns Coffeeshop ist die älteste Waffe der Deutschen gegen „Niedriglohntoleranz der ausländischen Konkurrenz“ : staatliche Zertifizierung. Schaut euch die sicheren Jobs an – von den Bäderbetrieben, über die Müllabfuhr bis zur Polizei – die wichtigste „Qualifikation“ ist Deutschblütigkeit. Das gleiche gilt für Genossenschaftswohnungen, Kitaplätze, gute Schulen, BVG, usw. Selbst polnische Namen sind in besseren Positionen unterrepräsentiert – und Polen sind schon länger in Berlin als Deutschland…

Die Qualifikation der Deutschblütigkeit braucht man, um einen Job zu bekommen und auch um in den Genuss staatlicher Unterstützung zu kommen. Genau wie in den USA, so sind es auch in Deutschland Nichtweiße Einwohner und Einwanderer, die mit Juristerei und Rassenhetze aus den staatlichen Unterstützungssystemen gedrängt werden. Arbeit und Sozialhilfe sind ja nicht abgeschafft, sie sind aber „Privilegien“, die von Weißen verteilt werden.

Und die weißesten Weißen sind die „Schwaben“, ein Mix aus altpreußischem Bürgertum, Kreativelite und Landflüchtlingen aus dem Süden. Ihre Vaterland ist Mutter Gaia, ihr Kolonialwarenladen die Bio Company, ihre Schutzstaffel die Polizei.

Diese feinzüngigen „Kanakenflüsterer“ stellen die Kolonialverwaltung des Immigrantenbezirks Kreuzberg und verdrängen die Unerwünschten mit höchst unanstößigem Vokabular (man kommt ja nicht von der Baustelle). Same old Columbus: Erst kommen die Missionare, dann die Soldaten. Als die Grünen kamen, hatten sie Biotonnen und wir hatten die Wohnungen. Jetzt haben wir die Biotonnen und sie haben die Wohnungen!

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Der Glugg-Glugg-Klan – besoffene Bullen prügeln “Schwarzafrikaner” durch Kreuzberg

Nun entscheidet ein deutsches Gericht, ob es mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar ist, solange sie es in ihrer Freizeit tun.

2.9.2014, 10 Uhr: Amtsgericht Tiergarten, Raum 863: Genau ein Jahr nach dem Angriff, stehen die Polizeibeamten Felix Trautzsch und Tino Prenzel (Rechtschreibfehler vorbehalten) vor der Strafrichterin. Die zwei Stiernacken in hautengen Nadelstreifenhemden sind geständig. Gleich zu Beginn, verlesen ihre Strafverteidiger die Geständnisse. Dass die Anwälte reden, verrät, dass die Mandanten nicht in der Lage wären, ihre Schuld offen einzugestehen, ohne als rassistische Brutalos dazustehen. Denn besonders bei dummdreisten Mandant_innen, empfehlen Anwält_innen gerne: “Halt die Fresse und lass mich reden.”

Es folgen Aussagen der vier Zeug_innen, Kläger Liam G. eingeschlossen. Sie sind so gut wie deckungsgleich: Zwei besoffene Deutsche, einer mit Glatze, Ohrenpiercings, Jeansjacke und sein Kumpel rennen um 8.30 am Morgen über die Wiener Straße in Kreuzberg. Sie verfolgen einen Schwarzen Mann, der wiederholt ruft: “Go away, leave me alone.” Die Deutschen sind so betrunken, dass sie beim Rennen immer wieder hinfallen. Sie geben sich zu keiner Zeit als Beamte zu erkennen, dafür aber machen sie laute Affengeräusche: “Uga Uga! Buuuuh!”

Der größere Germane hält den Flüchtenden fest, der kleinere tritt immer wieder auf ihn ein, laut eigener Aussage mit einer Technik namens “Fußfeger”, bringt ihn zu Fall. Vor lauter Trunkenheit, schaffen es die zwei kompakten Mittzwanziger aber nicht, den Mann festzuhalten. Viele Passant_innen schauen zu, keine_r greift ein, während die Kameraden den Mann zuerst vor einer geöffneten Kita und dann weiter vor einem Falafel-Imbiss auf der gegenüberliegenden Straßenseite verprügeln.

Der Arbeiter Liam G. kommt gerade von seiner nahegelegenen Baustelle, trägt noch die grüne Latzhose. Er greift ein, fordert die Weißen auf, den Mann in Ruhe zu lassen. Als er merkt, dass sie betrunken und aggressiv sind, hält er den aktiveren Schläger von hinten fest. Dadurch kann der Geprügelte fliehen, seine Identität und sein Gesundheitszustand bleiben unbekannt. Vorher hätten die zwei Schläger mehrmals Gelegenheit gehabt, den “Dealer” festzunehmen, wenn sie es denn gewollt hätten.

Nun wenden sich die zwei Barbaren Liam zu. Er hat sie um ihre Beute gebracht und da auch er Schwarz ist, passt er in das Schema dieser blutgeilen Bestien. Man muss vermuten, der rassistische Killerinstinkt gehört zur Grundausbildung der menschlichen Kampfhunde in Uniform. Sie selbst können sich gar nicht mehr richtig erinnern, warum sie so wüteten, wenn man ihrem Geständnis glaubt. Die Aussagen der Zeugen hören sich teilweise an, wie Berichte über Pitbulls auf Kinderspielplätzen.

Wie die häufigen Razzien zeigen, ist der Görlitzer Park ein Ort, wo die weiße Obrigkeit die Taktiken für den “Rassenkrieg” probt, so wie sie in Afrika den europäischen Holocaust vorbereitet hat. Nur fanatisierte Todeskommandos können solche Aufgaben leisten.

Ganz bewusst benutzen die angeklagten Beamten in ihrem Gedächtnisprotokoll den kolonialen Begriff “Schwarzafrikaner”, der die Verachtung viel behördentauglicher ausdrückt als das vulgäre “N-Wort”. Wenn dieser Prozess allerdings eins zeigt, dann ist es die Unmöglichkeit, “angenehme” Begriffe für Menschen zu finden, die ständig unangenehm behandelt werden.

Ob das Opfer “Schwarzer”, “Dunkelhäutiger”, “tiefschwarzer Afrikaner” oder – ganz naturverbunden – “gehetztes Reh” (O-Ton eines Zeugen) genannt wird, die Realität ist dieselbe: Jeder dahergelaufene Wachtmeister kann dich straffrei verprügeln, wenn er zuviel Jägermeister intus hat. So sind die Verrenkungen der weißen Sprecher_innen auf der Suche nach einer “sachlichen” Bezeichnung nur komischer Nebeneffekt dieser deutschen Selbstentmaskung. Justizia weiß nicht dass sie weiß ist – denn dazu müsste sie in den Spiegel sehen.

Am 2.3.2013 ruft Liam immer wieder: “Hört auf mit der Scheiße! Was soll das?” Als ein Beamter im Rausch stürzt und 10 Sekunden ohnmächtig ist, versucht Liam sogar ihn wieder aufzuwecken. Mehrere Zuschauer_innen rufen die Polizei, so auch eine Erzieherin, die als Zeugin aussagt. In ihrem Notruf spricht sie von einer Auseinandersetzung zwischen “einem Dealer und zwei Käufern.”

Die Polizisten ähneln nach fast acht Stunden “Kneipentour, 24 Stunden ohne Schlaf, etlichen Bieren, Jägermeistern und ‘Mexikanern’ ohne etwas gegessen zu haben” mehr dem Hässlichen Deutschen mit der vollgepissten Jogginghose als dem netten Tatort-Kommissar.

Sie sind nach Aussage mehrerer Zeug_innen “nicht mehr ansprechbar”, ein späterer Blutalkoholtest auf der Wache ergibt 2,0 Promille. In der Verhandlung versuchen die “reuigen” Täter, die Promille strafmildernd einzusetzen. Außerdem logen sie in ihrem Geständnis, vorher von einer Bande “Schwarzafrikaner” angegriffen worden zu sein, während sie versucht hätten einen “Drogendealer” zu verprügeln, weil dieser ihnen ein Tütchen Gras verkaufen wollte.

Als ein radfahrender Zeuge, der sieht wie Liam angegriffen wird, fragt was los sei, zieht der nüchternere Schläger seinen Dienstausweis und lallt: “Du störst einen Polizeieinsatz.” Vorher hatten er und sein rosafarbener Freund nichts als Grunzgeräusche von sich gegeben. Durch das lauthalse Zeigen des Dienstausweises, so die Anklage, hätte “der Große” sich und seinen Kollegen in den Dienst versetzt. Weil die beiden danach weiter auf Liam G. einprügelten, hätten sie sich der Körperverletzung im Amt laut §340 StGB schuldig gemacht. Da aber niemand gestorben ist, wird das Strafmaß überschaubar bleiben.

Das wissen auch die Verteidiger, die versuchen die unbestrittene Schuld als “private Verfehlung” von “zwei betrunkenen Kerls” darzustellen und durch offenkundige Reue und verminderte Schuldfähigkeit das Strafmaß unter die für Beamten gefährliche Grenze von einem Jahr zu drücken. So betonen die Täter auch, dass es ihnen besonders leid täte, ihr Opfer ausgerechnet vor einer Kita verprügelt zu haben.

Das Schlimmste was also diesen Nazis passieren kann, ist dass sie ihre Pension verlieren, aber selbst das ist unwahrscheinlich. Nach ihrem Amoklauf durften sie ihren Dienst an der Waffe “bis auf weiteres” einfach fortsetzen. Polizist_innen, die in ihrer Freizeit gerne mal auf Menschenjagd gehen, haben also nichts zu befürchten.

Erst nachdem die Streifenpolizei eintrifft, lassen Traut und Prenzel von Liam ab. Die Streifenpolizist_innen zwingen Liam, seinen Ausweis vond er Baustelle zu holen und halten ihn zur weiteren Kontrolle fest, weil sie nicht glauben, dass er deutscher Staatsbürger ist und obwohl mehrere Zeug_innen bekunden, dass er es war, der die Situation deeskalierte.

Die zwei Ku-Klux-Cops stehen ganz selbstverständlich mit ihren Kolleg_innen zusammen und plauschen. Dann fahren sie auf die Wache, um sich in kollegialer Atmosphere den Blutalkohol messen zu lassen und später ins Krankenhaus, wo ihre “Verletzungen” attestiert werden – beides in kaltblütiger Erwartung des Strafverfahrens.

Die BZ titelt am nächsten Tag “Brutale Dealer” und druckt darunter die erlogene Pressemeldung der Polizei. Mehrere Zeug_innen schreiben daraufhin einen offenen Brief mit ihrer Version des Geschehens, drei davon sagen heute vor Gericht aus.

Liam wird wegen “Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte” angezeigt, es ist unklar ob von den Streifenbullen oder seinen ersten Peinigern. Die Ermittlungen werden zwar eingestellt, aber die Botschaft ist klar: “Wehr dich und wir kriegen dich!” Liam geht trotzdem zur Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und tritt als Nebenkläger der Staatsanwaltschaft auf. Anders als die Angeklagten, hat er wenig zu gewinnen und viel zu verlieren, denn nur ein Dummbürger würde glauben, dass die Polizei nicht ihre eigenen Akten über Leute führt, um sich bei Gelegenheit zu revanchieren.

Nach eigener Aussage braucht Liam “mehrere Wochen”, um den Angriff zu verdauen, denn obwohl er gut wisse, wie sich die Polizei “auf der Straße” verhält, sei diese Szene “einfach nicht normal” gewesen. Leider ist es jetzt schon klar, dass die Justiz die perverse Normalität restaurieren wird, entweder durch “entschlossenes” Vorgehen gegen diese “tragischen Einzelfälle” oder, wie gewohnt, durch Verharmlosung eines Naziangriffs als “Kneipenschlägerei”.

Derweil sitzen die Kameraden der Angeklagten, teilweise noch in Kampfuniform, auf den Zuschauerbänken. Mindestens 1,85 m, breit, blaäugig – selbst der Blondton dieser arischen Brecher scheint DIN-genormt. Einer erscheint ganz unsubtil mit linksgegeltem Seitenscheitel und Heavy-Metal Fan-T-Shirt unter der Jacke, von dem flammende SS-Runen genau durch den Reißverschluss blitzen. Keine Frage, für wen die Heldenbrust dieses “SS-Superman” pocht.

Vor dem Saal komme ich mit einem Einsatzleiter-Typen ins Gespräch, weil ich sein Telefonat belausche und mitnotiere:

“Wir sind hier gerade mit 7 Leute, wir kommen später als erwartet, dann können wir die MASSNAHME einleiten… Ups wir werden belauscht!”

“Was für ne Maßnahme, geht ihr gemeinsam zum Friseur, eure Blondschöpfe zurechtschneiden?”

“Du müsstest aber auch mal zum Friseur.”

“Braucht man bei eurer Einheit eigentlich einen speziellen Nachweis? Ihr seid ja noch arischer als Normaldeutsche.”

“Also du würdest nicht reinkommen, viel zu schläfrig.”

“Ja und die Aufnahmeprüfung beinhaltet bestimmt besoffen Leute verprügeln. Da hätt ich keine Chance.”

Natürlich würde ich niemals behaupten, nur Nazis gingen zur Polizei. Aber anscheinend kommen die Rekrut_innen regelmäßig als Nazis wieder raus. Wie bei den pädophilen Priestern muss es an der Institution liegen. Daher ist jede Verurteilung eines “rechten Polizisten” (als wäre das ein Gegensatz) langwierig und frustrierend, weil es nie die Institution trifft, vielleicht sogar den inneren Zusammenhalt stärkt.

Die Richterin zeigt sich auch heute eher kollegial. Das Verfahren wird unnötig vertagt, zwei weitere Zeug_innen werden geladen, obwohl vier kohärente Zeugenaussagen und Geständnisse beider Täter vorliegen. Der nächste Termin in der Strafsache wegen Körperverletzung im Amt an Liam G. gegen die Beamten Traut und Prenzel ist am 23.9.2014 um 12:30 Uhr, Saal 863, Amtsgericht Tiergarten. So kann die Deutschjustiz ihre eintönige Polonaise verlängern und später behaupten, es wäre alles mit rechten Dingen zugegangen. Helau!

Weitere Infos:

https://www.kop-berlin.de/veranstaltung/aufruf-zur-prozessbeobachtung-solidaritat-fur-liam-g-im-prozess-gegen-zwei-betrunkene-und-gewalttatige-polizisten

http://www.kontrabass-cello.de/die-weltmusik-der-drogendealer-in-berlin-ein-einblick-in-staatstragende-mechanismen-oder-doch-eher/

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/pruegelvorwuerfe-gegen-polizisten-angriff-vor-kita-in-kreuzberg-a-923935.html

http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/brutale-dealer

http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2014/09/prozess-polizeigewalt.html

Warum ich die Polizei hasse

Vor ca. zwei Jahren, als ich auf meiner ersten Antifa-Demo in Rostock war, hatte ich mehr Angst vor meinen Mitdemonstrant_innen als vor der Polizei. Sogar die weihnachtsfiebrigen Bürger_innen waren gruseliger als die Kampfeinheit in Spuckweite.
Ja, als Jugendlicher bin ich schon in die eine oder andere Polizeikontrolle geraten, die man in der Hauptstadt als “rassistisch” bezeichnen würde. Aber als Jugendlicher in Jogginghosen in einer reichen Kurstadt zu einer gewissen Zeit an einem gewissen Ort mit gewissem Ruf angetroffen zu werden und dann noch sein Dope oder seine Sprühkanne schlecht zu verstecken ist halt gefährlich. Die Bullen sind da nur ein Risiko von vielen.
Auch als ich mal im Jugendarrest saß oder als Zeuge bei der Polizei aussagte, kam ich mir nicht besonders schlecht behandelt vor. Ich hatte ja schließlich was verbrochen – oder auch nicht – und die würden das schon ermitteln. Die machen ihren Job, ich mache keinen.
Als Jugendstraftäter oder auch als Berufskrimineller entwickelt man seinen Rhythmus mit der Polizei.
In der Gefangenensammelstelle sind “schwere Jungs” lockerer mit den Cops als hagere Studis. Das mag daran liegen, dass den Gangster und den Bullen nicht mehr als die Uniform unterscheidet. Gesellschaftsbild und Rollenverhalten sind sehr ähnlich.
Wirklicher Hass kommt erst auf, wenn man von einer Hundertschaft in einem ostdeutschen Asylbewerberheim verprügelt wird oder in einem abgesperrten Straßentunnel eingekesselt wird. Kinder vor Drogen zu schützen ist vielleicht ihre PR-Mission, aber in Wirklichkeit stecken sie nicht nur drogenkranke Kinder in den Knast, sondern auch diejenigen, die ihre Arbeit kritisieren.
Die Polizei ist da, um Aufstände niederzuschlagen. Die Reaktion der meisten Normalbürger_innen ist dann auch meistens: “Was hast du denn gedacht? Natürlich haun sie dir auf die Fresse!”
Kriminelle sind ja meistens Geschäfts-MÄNNER. Am Drogenumschlagsplatz oder im Schmuckeinzelhandel – die Bullen schützen die Großen und jagen die Kleinen. Das bisschen Marktregulierung kriegen die Unternehmerbanden doch selbst hin. Wie kann man glauben, dass in einem gewerblichen Staat die Polizei irgendein Gewerbe ernsthaft unterdrücken will?
Die Polizei bekämpft also nicht das Verbrechen, sie reguliert es und hilft ihm bei der Eroberung neuer Märkte. So können wir unter neoliberalen Staaten von Reagan bis Merkel sehen, dass der Drogenkonsum proportional zum Polizeieinsatz ansteigt. Eine wirkliche Gefahr ist das Business nicht.
Vor allem linke Ideen soll die Polizei unterdrücken. Winzige Demos gegen Zwangsräumungen oder Abschiebungen, die einen entfernt “sozialen” Anspruch haben, haben teilweise mehr Bereitschaftsbullen als Teilnehmende. Welche Drogenbande kriegt denn schon eine zwei-zu-eins Betreuung?
Es kommt also darauf an, warum man mit der Polizei zusammentrifft. Wenn mich die Polizei verhaftet, weil ich der Gesellschaft geschadet habe – dessen bin ich mir vielleicht bewusst oder auch nicht – dann richte ich meine Wut vielleicht eher gegen mich selbst. Aber wenn ich gegen gesellschaftsschädigende Gesetze protestiere und dafür von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt werde, dann wird mein Selbsthass durchbrochen.
Polizisten sind Verbrecher. Wie können Verbrecher Verbrechen bekämpfen? Auch Straßenbanden bekämpfen nie wirklich die Polizei – sie spielen Räuber und Gendarm. Das war übrigens in “antikapitalistischen” Staaten nie anders. Im GULAG drangsalierten Verbrecher und Lagerwachen gemeinsam die “Politischen”, in den brutalsten Einheiten der SS dienten nicht selten entlassene Sträflinge.

Corrida

Reichsminister Ribbentrop
Machte doch nur seinen Job
Eben wie die deutschen Cops
Wann trifft sie der Molotov?
Brandsatz in die Wanne
Haut sie in die Pfanne
Nächstes mal wird getroffen
Kartoffeln sind die Doofen
Ab in den Ofen
Das ist kein Mord, nur Widerstand
Wer hat Oury Jalloh verbrannt?
Wieder stand nichts in der Zeitung
Von der stillen Machtergreifung
Die Presse hält die Fresse
Solang der Mord im Interesse
Der arischen Germanen
Geh mal auf die Straßen
Die Armee hat das sagen
Sieh die Mannschaftswagen
Wie sie schon bereit stehen
Etwa um auf Streife zu gehen?
Oder gegen Feinde des Systems
Ist das nicht dein Problem
Bist du Teil des Problems
Dagegen sein ist mehr als Leichen zu zählen
Die Polizei ist gleich seit dem dritten Reich
Blauäugig, weiß – Ausnahmen sind der Beweis
Auch sie nehmen deinen Ausweis
Weisen dich aus, wenn du nicht Klaus heißt
Ausländerfeindlichkeit mit Migrationshintergrund
Einen Dienstgrad überm Schäferhund
Grauer Wolf im blauweißen Golf
Vaterlandsstolz, gekauft mit dem Colt
Beamtensold macht den Soldat
Das Militär ermächtigt den Staat
Nenn sie Freunde, Helfer oder Gendarmen
Bulle bleibt Bulle, egal welcher Name