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Kartoffeln in freier Wildbahn

Erneute Razzia im Görli. Drei Einsatzwagen gegen einen Mann.

Gegen Mittag am Eingang Falckensteinstraße zum Görlitzer Park. Drei Wannen. Ich schließe mein Rad ab, nicht dass sie es mir abnehmen. Auf der Nordseite der Görlitzer Straße stehen ca. 10 Männer – die Polizei hat ihnen verboten, den Park zu betreten. Einzig sichtbarer Grund ist die Hautfarbe.

Sie versuchen in den Park zu schauen, aber die Einsatzwagen haben ihnen die Sicht zugeparkt.

Im Park sitzt ein einziger Schwarzer Mann mit Dreads auf alter Pappe auf einer Steinbank, eingekreist von ca. 5 Polizisten. Ein älterer Polizist sitzt neben ihm, sie scheinen sich freundlich zu unterhalten. Hier läuft eine “polizeiliche Maßnahme”.

Leute fahren/laufen vorbei, halten nur kurz, gehen weiter. Keiner muckt auf. Gut 100 Leute insgesamt. Ich setze mich ca. 15 Meter entfernt auf eine Bank und gaffe die Bullen blöd an. Leider habe ich heute nicht die Energie, zu diskutieren, und eine Genossin im Rentenalter wurde letztens festgehalten und wegen “Beamtenbeleidigung” angezeigt, weil sie in einer ähnlichen Szene ihren Ekel geäußert hatte.

Die blonden, breiten Polizisten sind unsicher. Zwei Beamtinnen stehen nah an der Wanne, im “Schutz” der restlichen Truppe, vor dem Zaun. Die Passant_innen gaffen blöd, niemand sagt was. Eine Gruppe Touris wird von einem wursthaarigen Führer vor dem Parkeingang angehalten. Der fesche Beachboy gibt ihnen eine informative Ansprache. Dann watschelt der Trupp an dem Festgehaltenen vorbei. Der blonde “Pastaman” zwinkert dem Oberbullen zu. Es sind sogar mehrere Dunkelhäutige in diesem “Ausländerkonvoi”. Warum müssen die nicht ihre Pässe zeigen? Touristic Profiling vielleicht?

Eine alte deutsche Obdachlose aus dem Park setzt sich zu dem Gefangenen. Sie scheinen sich gut zu verstehen. Dann geht sie Blätter aus dem Bächlein fischen, das mitten im gepflasterten Parkweg fließt. Sie will einen Frosch retten. Ich sitze schon 20 Minuten hier.

Die Bullen beim Festgehaltenen lachen. Alle scheinen entspannt. Ein weiterer Schwarzer Mann wird von einem Trupp aus dem Park geführt und zur Wanne gebracht, wo er sich etwas abholen soll. Er setzt sich später in einen obdachlosen Bürosessel, zu seinem Genossen. Wahrscheinlich sind die Personalien gerade in der Zentrale, es wird geprüft, ob man dem Verhafteten noch was reinwichsen kann. Er spricht fließend Deutsch, hat wohl schon einen Aufenthaltstitel.

Einer hübschen Passantin ruft er ein “Kompliment” hinterher. Da müssen sogar die Panzerschweine lachen. “Ihr könnt mir nichts verbieten”, heißt das wohl. Die Frau lacht: “Kümmer dich lieber um die da!” Auf dem Rückweg läuft sie wieder vorbei, “die da” sind immer noch da.

Eine Bekannte von mir hält sehr nah an der Szene, ein Bulle fordert sie auf, weiterzulaufen. Sie scheint nicht in Lebensgefahr, mal kurz anhalten und die Nase in den Wind halten könnte jede_r, aber nur wenige tuns.

Einer vom Oplatz läuft fluchend an den gepanzerten Bullen vorbei, in einer Hand eine Dose Jackie Cola, die andere am Schritt. Ich kenne sein Gefluche, es hat uns im Gruppenzelt mehrere Nächte wachgehalten. Es hört sich an wie Italienisch. Bevor er den Park verlässt, ruft ihm die obdachlose Frau was zu, er nennt sie beim Vornamen und sagt ihr, sie soll “die Schnauze halten”. Er ist nicht wahnsinnig – sondern wütend. Die arischen Hunde grinsen dreist.

Einer Kleiner, mit Haaren zum Einhorn epoxiert, fängt an neugierige Passanten anzuschnauzen. Ein älterer Kumpelhafter nimmt ihn zur Seite und redet mehrere Minuten ruhig auf ihn ein. Wahrscheinlich erinnert er ihn an das Gebot der Bürgernähe, das man gelegentlich vergisst, wenn man schwerbewaffnet im Truppentransporter unterwegs ist, um Menschen zu jagen.

Der Obermacker befiehlt dem Festgehaltenen, den Müll aufzuheben, der überall herumliegt. Der Mann buckelt lächelnd vor den stolzen Rechtshütern, in der Hand eine Plastiktüte. “Zwangsabejt jibts ja nüsch mea.” Der Kumpel im Bürosessel bleibt sitzen. Er hat nicht die Nerven, nett zu spielen.

Ein alter Rasta radelt herbei. Er toastet was fröhliches in den Knauf seines geschnitzten Gehstocks, irgendwas über die Polizei. Dann ruft er auf Patois seinem verhafteten Kumpel zu, voll durch die feindlichen Reihen. Immer höflich bleiben. “We just here to sing and dance, officer.” Aber der Gesang bringt die Schweine zum Schwitzen.

Der Pass ist kontrolliert, die  drei Einsatzwagen können abfahren. Die zwei letzten Schwarzen müssen abhauen, damit die Schweine ihre Mission erfüllt haben. “So, Du kriegst jetzt nen Platzverweis.” Nächstes Mal können sie ihn also ohne Grund mitnehmen. “Wo soll ich denn hin? Ich wohne hier!” Sie warten bis er geht. Sein Kumpel bleibt im Bürostuhl sitzen, er will nicht gehen. Drei bauen sich vor ihm auf. Einer zieht demonstrativ die Lederhandschuhe an und klatscht auf die Faust. Der letzte Schwarze verlässt den Park. Die Polizei kann gehen. In weniger als 2 Minuten sind die drei Wannen voll und fahren ab.

Sofort stürmen die “Verwiesenen” zurück auf ihre Plätze. Die Boombox spielt ein Tanzlied. Auf einer Bank liegt Einer, der die ganze Szene verschlafen hat.

Kurz vor meinem Haus wird ein deutscher Studi (Scheitelfrisur, Dreitagebart, unbedrucktes Langarmshirt) zur Wanne geführt. Er beschwert sich sehr “zivil”. Sie stopfen ihn in den Mannschaftswagen und fahren ab.

Deutsche Cops machen nur ihren Job. Wie Reichsminister Ribbentropp. Wann trifft sie der Molotov?

Deutschland halt’s Maul, gib Handy du Opfer

“Germany” is the psychological barrier between labor and the profiteers, materialized into geographical borders briefly after World War II, but always dependent on “alien” labor.

Exploitation of seasonal workers, tactical immigration/deportation of migrants and colonialism were tools of primitive accumulation already used by the German emperors. Just as the globe is inhabited by “illegal Europeans,” the majority of those who produced and still produce for Germany are not Germans in the legal sense. Their products are German, their bodies are not. The consumers are conspicuous, the producers invisible.

As historian Ulrich Herbert writes, 95% of the victims of the German war economy were not German citizens. Just of the people working in “Greater Germany” during the war, 30%  were forced laborers, mostly from Eastern Europe. This excludes the people exploited in the occupied countries. Only German “Zwangsarbeiter,” however, were entitled to reparations. Foreign individuals could not sue Germany under international law. (Herbert)

Today, Aryan rulers self-pleasingly acknowledge that “their” Germany is an “immigration country,” with implicit option to reverse this mistake during a future totalitarian regime. Disregarding that German lifestyles were always as “diverse” as its tax brackets, this industrial nation never produced but always consumed in autarky.

Revolutionary socialists saw early that social chauvinism, i.e. “national economism” with concessions to preferred workers, identified on a popular basis, was a forerunner to racist fascism. The petty bourgeoisie may have brought Hitler to power, but the proletarians kept him there. No wonder – in many key industries, *Germans* “labored” only as foremen.

Exclusionary unions for “majority” citizens, an unregulated, “black” market for “colored” laborers exploited through police terror, justified by racist propaganda, are still features of the current “democratic republican” system, where 10% of the population aren’t even allowed to vote. To people on the wrong side of the “nation,” Germany is still a fascist state, with nigthly raids, torture and deportation of uncooperative workers.

Right-wing social democrats have long dropped their prejuice against open racism. Racists who find the “populist hooliganism” and “euro-scepticism” of the various nationalist and “libertarian” fringe parties too blunt, have high-ranking, articulate advocates in the Social Democratic Party.

But even in East German strongholds of the left-wing Socialist party DIE LINKE, immigrants are only welcome as victims or scapegoats, never as equals. If there is a problem, it is the German government, the Capitalists or some other distant conspiracy. There are no fascist regimes, just fascist societies. Germany has 80 million problems, but the government ain’t one.

*Germany* has developed and tested virtually all forms of government I learned about in school: feudalism, kingdom, colonial land empire, colonial sea empire, capitalist “citizen’s” republic, fascism, socialist “people’s” republic, and uninterrupted theocracy in Bavaria.

Under every form of government, the winners were “miraculously” declared German people, the “losers” declared “foreigners.” Approaching the mythical German norm is the prerequisite for acceptance. You may join the “German” community, unless you aren’t too “swarthy” and/or pass your Abitur exam – and thereby the middle class threshold. In either case, your advancement from barbarism is  proclaimed a *German* achievement, although you succeed not because of German society but in spite of it.

You must adopt some “civilized” habits, contribute to “their” high culture, evade or succeed in their capitalist rat race and know someone who commands the language sufficiently to defend you against their bureaucracy.

Hence, you must cease to be a laborer in this country of laborers and peasants. You must have more to sell than your mere two hands. You may even stress your cultural otherness by wearing fashion not available at German prole outfitters, flaunting esoteric aspects of “your” culture and reiterating that “all this institutional racism” will eventually force you on a pilgrimmage to India.

Do not reveal your understandable demands to take a civil servant position, get a job commanding or deporting German people or not work at all, because they owe you. Also never admit that you have nowhere else to go. All these natural privileges of the average German are off limits to you.

A lesser known statement by Martin Luther King was: “We came to cash our check!” I’d say: “We came to take your shit. Happy Thanksgiving!” Power is based on ownership of land. Sometimes land trades hands in business deals, but the prices are usually fixed in advance; liquidated by force, petrified by treaty.

Abolishment of Germany is abolishment of its property basis. Under German supremacy, there is no German Dream. Instead of “de-colonizing” German street names, we should colonize the land beneath the asphalt, prohibit their language, take over their factories, deport *rebels* and *terrorists* to Bantustans. We should abolish the illusion that our freedom is their freedom. It would be nice if we could live in harmony, but while Germany lasts, there is only hegemony.

Hate your fatherland! No border, no nation, barbarian invasion!