Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan Berlin

Vor der bayerischen Landesvertretung in Berlin demonstrierten heute ca. 50 Leute gegen eine Sammelabschiebung nach Afghanistan aus München. Unten Fotos und der Info-Text zur Demo.

Hintergrund:
Nach Informationen des bayerischen Flüchtlingsrat soll am 22.02 die nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan, diesmal von München aus, stattfinden. Wie bei den letzten beiden Sammelabschiebungen auch, lässt es sich stark vermuten, dass auch diesmal wieder die Fluggesellschaft Meridiana die Flüge nach Kabul durchführen wird. So ein Flug lässt sich die Bundesregierung 300.000€ kosten, laut Angaben des parlamentarische Staatssekretär Dr. Ole Schröder im Innenausschuss am 25.1. 2017. Was für Meridiana nichts weiter als ein lukratives Geschäft ist, ist für hier Schutzsuchende ein Todesurteil! Dabei darf kein Mensch gegen seinen oder ihren Willen in einer Maschine transportiert werden. Des Weiteren liegt es am Ende am Piloten oder an der Pilotin und nicht am Bundesgrenzschutz ob die Maschine abhebt. Somit macht sich Meridiana mehr als nur mitschuldig an der menschenunwürdigen Abschiebepraxis der Bundesregierung.
Wir sagen: Afghanistan ist nicht sicher – Aus Abschiebungen ein Geschäft zu machen ist nicht nur fradwürdig sondern auch zynisch!
Was kann ich tun:
Gemeinsam werden wir am Tag der möglichen Abschiebung die Fluggesellschaft Meridiana auf verschiedenen Kanälen als besorgte Kund*innen kontaktieren um gegen diese Abschiebungen zu protestieren. So mehr wir sind desto effektiver ist der Protest!

Kontaktdetails:
Meridiana Abfertigungsbereich München Airport:
TEL: +49 6031737630
EMAIL: info@apg-ga.de
Call Centre aus Deutschland:
TEL: +49 5218988052
EMAIL: callcenter@meridiana.com
Soziale Medien
Facebook: https://www.facebook.com/meridiana
Twitter: https://twitter.com/Meridiana
Whatsapp: +39 3470767469

Beispiel Telefonfaden:

Guten Tag, können Sie mir sagen, wann die nächste Maschine nach Kabul geht?

Mir liegen Informationen vor, dass eine Maschine Ihrer Fluggesellschaft an Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt ist, können Sie mir bestätigen, dass niemand gegen seinen Willen dort sitzt?

(Ho ricevuto informazioni che un apparecchio della vostra compagnia aerea è coinvolto nelle deportazioni verso l’Afghanistan. Potete confermare che nei vostri aerei non siede nessuno contro la propria volontà?)

Afghanistan ist zur Zeit nicht sicher, finden Sie es nicht etwas fragwürdig, dass Ihr Unternehmen Schutzsuchende dorthin transportiert?

(L’Afghanistan non è sicuro al momento: non trova sia una scelta discutibile che la sua azienda trasporti lì persone in cerca di protezione?)

Wäre es möglich, dass Sie den Kapitän und das Bordpersonal darüber informieren, dass Sie niemanden gegen Ihren Willen transportieren müssen?

Könnte ich eine Beschwerde einlegen, dass Ich als besorgter Kunde es sehr unangenehm finde, dass Ihr Unternehmen sich an Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt.

(Bitte bleibt im Gespräch höflich gegenüber den Agenten und versucht das Telefonat so lange wie möglich zu halten)

Beispiel Email:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es liegen mir Informationen vor, dass heute eine Maschine Ihrer Airline nach Kabul fliegt um Geflüchtete Menschen nach Afghanistan abzuschieben. Ob diese Passagiere freiwillig transportiert werden und ob sie dann in ein sicheres Gebiet angekommen, ist dabei mehr als fragwürdig. So schreibt der neueste Bericht der Vereinten Nationen über einen Rekordanstieg von getöteten und verletzen Zivilisten im letzten Jahr. Zur Zeit ist es deshalb mehr als gefährlich, Menschen, die hier Schutz suchen gegen Ihren Willen nach Afghanistan abzuschieben.

Deshalb möchte ich Sie als besorgter Kunde Ihrer Airline Sie darum bitten, diesen und auch derweil keine weiteren Abschiebeflüge nach Afghanistan durchzuführen.

Falls die Passagiere dennoch Ihre Maschine betreten, möchte ich Sie darum bitten, dass Sie den Kapitän und das Bordpersonal davon informieren, dass die Passagiere warscheinlich gegen Ihren Willen und unter Gewalt der Polizei die Maschine betreten haben.

Ich appelliere an das Gewissen Ihres Unternehmen, nicht an den fragwürdigen Abschiebungspraktiken nach Afghanistan teilzunehmen und Menschen, die hier Schutz vor Krieg, Gewalt und Folter suchen, nicht in eine ungewisse Zukunft auszuliefern.

Mit freundlichen Grüßen,

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