Gottesstaat im Frühstücksradio

Nach dem Allahuakbar und dem Morgenschiss, schlüpfe ich in meine Latexrobe, um mein tägliches Ziegenbaby in der Badewanne zu schächten. Um das Gewimmer zu übertonen, schalt ich mein Duschradio an, ein Pop-Sender für Ü30er “in der Werkstatt, im Büro und im Berufsverkehr”.

Dann der Kracher: Morgengruß mit der Rundfunkbeauftragten der evanglischen Kirche in Berlin-Brandenburg (“Himmelreichspropagandaminister” war wohl schon an einen Mann vergeben).

Die Pfarrerin leiert irgendwas über ihre coolen Jugendliche, die ganz flüssig werden, als sie einen Film über die Wiederauferstehung schauen, um dann geschickt zu den modernen Untoten überzuleiten: Gunther on Hagens Plastinate-Schau. Einer der coolen Jugendlichen ginge nämlich mit seiner Schulklasse dahin, wo Tote “mit Baby im Bauch” und beim “Schachspielen” gezeigt würden.

Die Pfarrerin wüsste nicht, was sie täte, wenn es um ühre Künder günge, aber wahrscheinlich krankschreiben. Sie sollten bitte das erste Rendezvous mit dem Tod im trauten Familienumfeld durchleben.

Mal Klartext: Die Kirche schickt einfach ihre Hassprediger ins Frühstücksradio, um “zwanglose Empfehlungen” zum sittlichen Lebenswandel zu geben, so ähnlich wie Pierre Vogel, nur technisch zurückgebliebener.

Ganz niederschwellig natürlich, das haben die Menschenfreunde in der DDR gelernt. Hey Ihr Arschgeigen, 70 Prozent der Ossis sind atheistisch. Das ist Weltrekord! Die meisten würden sich lieber Lenins Leiche anschauen als euren Hungerhippie. Niemand will eure Moralpropaganda. Nur weil einer von euch jetzt in Bellevue sitzt, unterbrecht ihr mich beim Duschkopf-Karaoke mit Cindy Lauper, ihr bürgerlichen, weißen Wixer!

Ihr seid die wirklich gefährlichen Zombies, nicht ein paar Plastikleichen. Ich hoffe noch bevor ich sterbe eine Ausstellung plastinierter Gottesdiener_innen zu sehen. Nehmt eure weinerlichen, klavierspielenden, Goethe-rezipierenden Nazikinder und verpisst euch nach Bayern! Ihr seid Herrmann, ihr seid Henkel, ihr seid Hitlers Unschulds-Enkel!

Fußnote:

“Im Juli 1933 übernimmt die evangelische Diakonie von der SA sogar die Leitung eines KZ. Über den “Landesverein für Innere Mission, Abteilung Konzentrationslager Kuhlen“, schreibt Ernst Klee:”Auf kirchlichem Boden … werden Gegner des Nationalsozialismus gequält und geschunden. Sie werden mit Gewehrkolben zur (Feld-)Arbeit getrieben, manche mit Gummiknüppeln bewusstlos geschlagen. Alle dort beschäftigten SA-Männer gelten als kirchliche Mitarbeiter und erhalten ihren Lohn von der Inneren Mission. Im Oktober werden die Insassen von Kuhlen in größere KZs überführt, das Lager wird geschlossen. Auch im KZ Papenburg arbeiten von 1933-1939 Diakone des evangelischen Stephansstifts Hannover. Sie “stehen und warten, dass man einmal auf einen Menschen schießen darf” (Ein Diakon, zit. nach Klee, Die SA Jesu Christi, a.a.O., S. 61-71).

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