Word War

First they won the World War, now they want to win the Word War. Anstatt die Ungleichheit zu bekämpfen, wollen sie die aus der realen Unterdrückung entspringende Terminologie, die ausgesprochene Arroganz der Herrschenden verbieten. Sehr christlich. Mächtige, macht weiter, aber seid netter zu euren Opfern. Riot prevention language.

Irgendwelchen staatlich unterstützten “Begriffsoffensiven” verdanken wir zig Euphemismen für “Unterdrückte”, bspw. “Sinti & Roma”, “Migrationshintergrund” (inzwischen auch bei der NPD angekommen), “Unterschicht”, “Schwarze” (mit revolutionärem großem S). Das erinnert Staatsvater Gandhis Euphemisierung von “Unberührbaren” als “Kinder Gottes.” Ain’t shit changed but the name.

Weiter führt diese Diversifizierung dazu, dass Armut als ein in unsere klassenlose Mehrheitsgesellschaft eingeschlepptes Minderheitenproblem wahrgenommen wird. Wir exportieren doch keine Armut, wir laden sogar Arme ein, bei uns arm zu sein. Und Wir sind wir alle, vom Handwerker bis zum Henker. Mir san mir, wie man in Bayern sagt. Alle wollen Weißwurst fressen, keiner will Schlachter sein.

Mir ist kein öffentliches oder privates Zitat des Armutsmigranten Hitler bekannt, in dem er Schimpfwörter gegen Juden verwendet. Er hat sich genauso bewusst geäußert, wie er sich ernährt hat. Die BPB und die GIZ setzen diese Tradition fort – vom gehobenen Wort zum Völkermord. Marx, Kosename “Mohr”, war ein ausgesprochener Rassist und auch sonst ein Arschloch, hat aber mehr antikoloniale Kämpfer_innen bewaffnet als westliche Schwarzstiftrevoluzzer_innen. Die tragen lieber Nikes aus der Hood und schlürfen Mascobado-Kaffee mit Rapadura-Vollrohrzucker während sie über ihre Plantagenkindheit halluzinieren.

Ähnlich ist es mit der Gleichberechtigung der Frau, die im Westen zynischerweise “Emanzipation” also “Befreiung” heißt. Die Gleichberechtigung kommt in der Regel erst nach der Befreiung, also der Erhebung in den Rechtspersonenstand.

Bei allen Widersprüchen, in der DDR hießen weibliche Kranfahrer vielleicht nicht “KranfahrerInnen,” aber dafür gabs sie auch wirklich. Jetzt gibts zwar eine ostdeutsche Kanzlerin, aber die ist genauso ein kapitalistisches Arschloch wie Kohl. Akademische *Geschlechter_innengleichheit* auf dem Papier taugt nur für die Körperöffnung, die alle Geschlechter gemein haben.

Der Lehnstuhlanti***ismus ist eine upgedatete Karrikatur der pfäffischen Bürgerrechtsbewegung aus den USA. Der bürgerliche Stand kann nur durch Auschluss existieren, also ist es ein bloßes Wahlversprechen, man könne die Privilegien dieses Stands auf alle “umverteilen”. Die angelsächsischen Vulgärökonomen waren schon immer Weltmeister im gleichzeitigen Reden und schaffen von “Einkommensungleichheit”. Ihr Rechtsliberalismus macht die Sklaven, ihr Linksliberalismus gibt ihnen wohlklingende Namen. Man nennt es auch Marketing.

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