Es rasseln die Säbel der Kriegsminister_innen

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf eine ganz besondere Veranstaltung lenken, die gestern Abend im nationalen Propagandaradio der BRD übertragen wurde:

Zwischen Selbstbeschränkung und Selbstbehauptung: Deutschlands Sicherheitspolitik

Franziska Brantner, MdB, Bündnis 90/Die Grünen
Helga Haftendorn, Emeritierte Professorin für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin (FU Berlin)
Elke Hoff, Ehemalige MdB, FDP

Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion beim Symposium der deutschen Sektion von “Women in International Security (WIIS)” am 14. November 2013 in der Bayerischen Landesvertretung, Berlin

Die geladenen Zivilistinnen schossen scharf. Kein Wunder, bis zum nächsten Krieg wird der Frontdienst für Akademiker_innen wohl nicht eingeführt und ein Bonus für die private Altersvorsorge aus der Waffenindustrie würde die vaterländische Rentenkasse schonen.

Die Vertreterin der Grünen, “linke” Exotin der Runde, forderte emanzipiert: “Es ist endlich Zeit für eine NATO-GeneralsekretärIN.”

Auch die anderen beiden Iron Ladies erläuterten sachlich Deutschlands einzigen Ausweg aus der seit 1945 andaurnden Misere: Der Parlamentsvorbehalt für Bundeswehreinsätze müsse überdacht werden. Sprich: Wenn das Bajonett juckt, einfach zustechen!

Deutschland müsse zu seinen Interessen und natürlich auch zur daraus resultierende VERANTWORTUNG stehen. Das bedeute auch, nicht mehr den Kopf in den heimischen Torf zu stecken, wenn die Bündnistreue Auslandseinsätze (ehemals “Krieg”) der Streitkräfte (ehemals “Armee”)  fordert.

Deutschlands Enthaltung im Syrienkonflikt – gemeinsam mit “den” Russen, Brasilianern und Chinesen sei “blamabel”. Es brauche starke Persönlichkeiten, um Deutschlands Führungsverantwortung auf globaler Ebene – nicht nur europaweit – wieder wahrzunehmen.  In der Bevölkerung müsse wieder ein “Gefühl der Betroffenheit” geschaffen werden, das seit Ende des Kalten Krieges völlig abhanden gekommen sei. Wollt ihr den totalen Krieg, Ladies?

Ein mutiger Kerl wie IWF-Veteran Horst Köhler, der die VERANTWORTUNG Deutschlands wieder auf die Tagesordnung habe setzen wollen, habe keine Chance mehr. Die Misere sei doch, wie der große Weizsäcker richtig erkannte, dass Deutschland inzwischen: “Von Freunden umzingelt ist”. Mit Sicherheitspolitik sei keine Karriere mehr zu machen. Es brauche Männer – und Frauen – die sich “mit Leidenschaft” in die Sicherheitspolitik stürzen.

Abschließend menetekelte die FDP-Politikerin, dass die Bedrohung von “rechtsnationalen Strömungen” ernstgenommen werden müsse. Wahrscheinlich meinte sie “Konkurrenz”. Noch ist ja die Kleinstpartei FDP in der Lage, der NPD die Wähler_innen abzuluchsen, aber jetzt reißen sich ja schon die Grünen um die Wahlzettel der Kahlköpfe in Uniform.

Während Wirtschaftsliberale und Ökospießer in der Bayerischen Landesvertretung  in Berlin ganz öffentlich den Militärputsch plannen, wird in der Innenministerkonferenz mal wieder ein NPD-Verbot diskutiert. Und Fußball.

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