Atemlos – Heim ins Reich

Die Mauer geht auf und was kommt rein
Oho oho
Die Nazis sagen ja und die Sozis nein
Oho oho

Was das zwischen uns auch ist
Gene die man nie vergisst
Sind wir denn für die bereit?
Volksgenossen – jederzeit!

Atemlos durch die Nacht
Flohn wir vor der Sovietmacht
Arbeitslos, Heim ins Reich
Sauerkraut und Schweinefleisch

Wir kamen mit Diplomen
Jetzt sind wir auf Drogen
Es hat uns betrogen, das Vaterland

Wir brauchen mehr Gesetze
Sie nehmen unsere Plätze
Im Knast und auf dem Arbeitsamt

Raus aus Sibirien, rein nach Syrien
Oho oho
Nur bitte keine Syrier in Thüringen
Oho oho

Schlimmer als die Rote Armee
Sind diese Flüchtlingeee
Kein Bursch und keine Maid
Ist mehr in Sicherheit

Abendland in der Nacht
Flüchtlingslager angefacht
Harte Hand, weg das Pack
So hats Stalin auch gemacht

Merkel auf den Scheiterhaufen
Wir wollen weitersaufen
Nochmal Angela
Dann herrscht die Scharia

Bratensoß gib uns Kraft
Weil die Merkel das nicht schafft

Dann schwimmen wir halt unten
Und lecken unsre Wunden
Hellersdorf ist unser Stalingrad!

Ferienwohnungen – Rroma räumen, Geschäftemacher belohnen!

Stoppt die Vertreibungspolitik! Keine Amtshilfe für rassistische Kleingewerbetreibende! Solidarität für Proteste der Unterdrückten – mit allen nötigen Mitteln!

IMG_5883.JPG

Stolze Weltbürgerin for ihrem arisierten Laden – man beachte den Hinweis auf die Seminare der “Regenbogen-Akademie” rechts außen im Fenster.

Berlin, 8.6.2016. Gestern erreichte mich eine SMS, dass heute Morgen um 10 ein Wohnhaus in der Emser Str. geräumt werden soll. In dem Haus wohnen vor allem Rroma-Familien zu überteuerten Mieten.

Vor Ort erfuhr ich Genaueres: Die Rroma werden nicht sofort geräumt, aber das JobCenter Neukölln will ihre Mieten nicht mehr zahlen, weil sie in Ferienwohnungen leben. Das ist ein Skandal! Das Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum sollte eigentlich die Mieter schützen.

Stattdessen wird es genutzt, um dem Miethai das Haus gratis leerzuräumen! Die Rroma sind sicher nicht zum Urlaub in dieser Bruchbude.

Nach der brutalen Räumung des Denkmal für die ermordeten Sinti und Rroma letzte Woche kommt gleich die nächste Vertreibungsaktion im bunten Berlin.

Es kommt noch doller – wenige Meter gegenüber von dem Haus befindet sich das Esoterik-Business, das letzte Woche durch ein „Roma verboten“ Schild Schlagzeilen machte.

Anstatt die Hippie-Faschistin zu bestrafen, bestraft der Bezirk Neukölln ihre Opfer! Ihre Selbstjustiz wird nun offiziell belohnt!

Wir sollten uns fragen, wer hier ausgeraubt wird und  wessen Kasse am Ende klingelt.

Der Vorzeigebezirk Neukölln versucht die Rroma mit aller Gewalt in die Obdachlosigkeit zurückzuprügeln. Ist das „anerkennende Kulturpolitik“ oder einfach nur Nationalsozialismus 2.0?

Als ich ein Foto von dem Schaufenster des Ladens mache, stürmt die Besitzerin heraus und versucht mir die Kamera abzunehmen. Ich will ihr erklären, dass ich bloß die Fassade fotografiere, wäre ja nicht verboten. Sie  beschimpft mich als „Arschgeige“ und droht mich wegen Volksverhetzung anzuzeigen.

Kurz davor hatte ein alter Deutscher mit Cowboyhut – kein typischer Räucherstäbchen-Kunde – vor ihrem Laden gestanden und sie offenbar für ihren „Widerstand“ ermutigt.

Durch das Schild konnte sich ein gewisser Stiftungs-Chef in der Springer-Presse als Bürgerrechtler profilieren. Bei der Räumung des Denkmals eine Woche zuvor hatte er gemeinsam mit der Politprominenz geschlossen hinter den deutschen Polizisten gestanden.

#allebleiben – Rroma-Widerstand im SO36

This slideshow requires JavaScript.

Video der Veranstaltung (Diskussion ab Minute 22:27):

Berlin-Kreuzberg, 25.5.2015. 2 Tage nach ihrer brutalen Räumung vom Mahnmal sprechen die protestierenden Rroma vor ca. 50 Leuten im SO36.

Sie berichten über die Pogrome im Kosovo. “Seit dem NATO-Bombardement 1999 ist mein Leben die Hölle”, sagt einer. Ihre Kinder werden mit Autos angefahren, von Skinheads abgestochen, vergewaltigt.

Die Familien sterben vor sich hin auf den Müllhalden Ex-Jugoslawiens. Mir unverständlich ist daher die Frage aus dem Publikum, ob man es den Kindern zumuten könnte, eine Sommernacht auf dem feuchten Rasen des Mahnmals zu verbringen.

Wenn sie im Kosovo verrecken (höchste Kindersterblichkeit in Europa; Lebenserwartung 48 Jahre), stört es Deutschland auch nicht. Aber die ganze Republik flennt,  wenn einem Baby vor dem Bundestag die Nase läuft. Liebe Leute, ihr seid nicht die Opfer, also hört auf zu heulen! Die Diskussion immer wieder auf das Mahnmal zu richten, lenkt vom heutigen Elend ab.

Wer sowenig Respekt vor den Lebenden hat, hat auch keinen Respekt vor den Toten. “Nicht mal Blumen lagen dort, als wir es besetzten”, sagt ein Sprecher. “Wenn ihr euch so um eure Leute sorgt, wo wart ihr dann am Sonntag?”

Nach der Veranstaltung gab es ein längeres Plenum. Es fehlt an tatkräftiger Unterstützung. Zu den Podien kommen und Erklärungen vorlesen, dafür finden sich viele, aber wo ist das ganze Geld, dass Vereine mit Rroma-Bildung, Rroma-Aufklärung, Rroma-Gedenken, Rroma-Theater oder Speisekartenaktivismus umsetzen?

Die ca. 30 Familien sind nur bis Dienstag untergebracht. Für 5000 Euro könnte ein paar Wohnungen anmieten und alle sicher unterbringen, damit sie ihrem Protest in Würde weiterführen können. 5000 EUR sind Peanuts für die Kirche, die Stiftungen, die Stadt.Soviel kosten 15 Minuten Polizeieinsatz.

In der Zeit könnte man für die Leute dauerhafte Lösungen finden, Publicity machen. Spendet auf der Homepage von Alle Bleiben! Ihr habt vielleicht nicht alle Zeit, aber mit viel Kleingeld können wir diesen Protest am Leben erhalten. Die Alternative ist, dass die Leute langsam aushungern!

Das nächste Care-Meeting ist am Freitag, den 27.5.2016 um 18h im KuBiZ in Weißensee. Wir brauchen Leute, die dauerhaft vor Ort unterstützen, Ausweichorte suchen, einkaufen gehen, usw. Vor allem die Männer dürfen sich angesprochen fühlen!

Kommt alle! Wir bleiben alle!

Opre Rroma – Denkmal für Sinti & Rroma besetzt

IMG_5763

This slideshow requires JavaScript.

Mehr Fotos hier

Sonntagnachmittag, 22. Mai, 2016, Berlin.

Circa 30 Rroma-Familien besetzen das Mahnmal für die ermordeten Sinti und Rroma. Ich komme gegen 21 Uhr an. Banner sind aufgehängt und circa 30 Unterstützer_innen sind auch da. Die Cops blockieren den Haupteingang, also schleiche ich durch den Busch aufs Gelände.

Einige Typen von der Stiftung für Mahnmäler, augenscheinlich alles Vollblutkartoffeln, versuchen die Protestierenden zu überreden, freiwillig das Mahnmal zu verlassen. Sie wollen, dass wir die Nacht über am Brandenburger Tor sitzen. Sie versprechen, dass am nächsten morgen die allerwichtigsten Politiker zu unserer Pressekonferenz antanzen würden und schwingen die Moralkeule…

Später kommt ein „echter“ Rroma dazu, der stundenlang auf die Leute einredet.

„Das hier ist ein Mahnmal und das ist ein Symbol […] wir dürfen nicht mit Symbolen spielen.“

Er ist übrigens Schauspieler.

Als ein Deutscher ihn fragt, warum nicht lebenden Rroma dieses Mahnmal nutzen dürfen, um gegen ihre schleichende Ermordung zu protestieren, antwortet der Schauspieler: „Das sind die Seelen meiner – so please one step back. Ich hab nichts gegen Antideutsche – aber ich bin ein Deutscher! Spielt nicht mit unseren Leuten!“

Eben war er noch ein Deutscher. Also Schauspielern kann er.

Einer der Rroma-Aktivisten antwortet: „Ich kämpfe fünf Jahre für Bleiberecht, tausende Demonstrationen gemacht und nichts erreicht. Ich habe eine Duldung – Abschiebung.“

„Ok Bruder – nichtsdestotrotz, ich will nur dass du verstehst: Das hier, das ist der Platz der Toten.“

„Ich mache jedes Jahr Trauertag am 5. August, als 500 Rroma an einem Tag umgebracht wurden. Wir haben uns damals auch beschützt – Öffentlichkeit gemacht.“

Die Politiker kommen erst nach Dunkelheit. Volker Beck von den Grünen, Hakan Tas von den Linken. Sie reden ungefähr dasselbe: Geht friedlich, damit es keine unschönen Bilder gibt, ihr könnt die Nacht am Brandenburger Tor rumsitzen und am Morgen bringen wir ganz wichtige Leute.

Ihr Fußvolk von der Mahnmal-Stiftung läuft rum und versucht den Besetzer_innen Angst zu machen: Der Bundestagspräsident Lammert hat die Räumung angeordnet, dann kommt viel Polizei, denkt doch an die Kinder. Keiner denkt daran, die Aktion zu unterstützen. Sie denken, dass sie im Jackett rumstehen, wäre schon genug Ehre für uns.

Sie sagen, dass es eine Abmachung gibt zwischen allen Sinti/Rroma-Verbänden und der Regierung, das Mahnmal nicht für Aktionen zu benutzen. Das Mahnmal ist eine einzige Image-Aktion für die BRD. Dann sollte Gauck hier auch keine Veranstaltungen abhalten.

Ein Mann und eine Frau springen in den Teich. Keiner der Politiker oder Stiftungsfuzzis interessiert sich, die labern abseits mit den Bullen, die überall mit Kameras und Blendlicht rumstehen.

Als einige Bullen einrücken, bricht eine Frau zusammen, ein Notarzt muss kommen. Sie wollen sie ins Krankenhaus bringen, aber sie bleibt, obwohl sie erst kürzlich einen Herzinfarkt hatte. Die Angst vor Abschiebung zerstört ihre Gesundheit.

Unsere „Freunde“ aus der Stiftung reden von der Ehre der Toten, aber diese Frau riskiert ihr Leben. All diese Leute riskieren ihre Kinder und sich selbst, um nicht auf eine Müllhalde abgeschoben zu werden. Die Deutschen interessieren sich nur für die Toten, während täglich Rroma ermordet werden, weil die „Bunte Republik“ sie massenweise in den Osten deportiert. Wo ist das Denkmal für die von der EU ermordeten Sinti und Rroma?

Keiner geht, alle bleiben. Nach Mitternacht rennen die Polizisten aufs Gelände. Kleine Kinder brechen vor Angst zusammen, die Leute schreien und flehen. Volker Beck und seine Stiftungsbrüder stehen irgendwo ganz weit weg. Mir  brechen sie fast die Handgelenke. Ich tippe diesen Text mit tauben Fingern.

Alle werden vor die Mauer des Tierparks gebracht, schräg gegenüber vom Brandenburger Tor. Die „Friedensstifter“ reden weiter auf die Leute ein: „Die Polizei ist da, um in diesem Land für Ordnung zu sorgen.“ Es ist zum kotzen. Wir ziehen ab.

Heute geht die Aktion weiter. Kommt zu der Pressekonferenz heute um 11 Uhr am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti Europas: http://oplatz.net/roma-days-pressekonferenz/

Deutschland Trans-Racial

Ich bin ja sonst nicht für heimische Produkte, aber wenn wir „kulturelle Aneignung“ suchen, dürfen wir ruhig mal im teutonischen Wald jagen. Ist es nicht Safari-Tourismus, wenn wir in die USA browsen, um mit dem Finger auf Trans-Racial Rachel zu ballern oder arische Zottelköpfe mit der Schere durchs Zeltlager jagen? In der deutschen Leitkultur ziehen doch sehr saftige Mistviecher herum, warum schützt uns die PoC-lizei nicht mal vor denen?

Einer der mich sehr *traumatisiert* hat ist z.B. Stephan J. Kramer: Dieser Bundeswehrleutnant war CDU-Mitglied und konvertierte zum Judentum (und zur SPD), um Generalsekretär des Zentralrats der Juden zu werden. Unter dem Linken Ministerpräsidenten Ramelow wurde Kramer dann 2015 Chef des Thüringer Verfassungsschutzes.

Ein „jüdischer“ Chef der Geheimpolizei! Da soll niemand sagen, in Deutschland können Minderheiten keine Karriere machen – manche machen sich sogar zur Minderheit, damits schneller geht. (Einige Uni-Jobs verlangen ja schon einen „Nichtarier-Nachweis“ (plus Doktortitel).)

Warum rühren die Medien den Kramer nicht an? Wahrscheinlich lernt er auf Arbeit mächtigere Leute kennen als Trans-Rachel, die war ja nur Ortsgruppenleiterin einer belanglosen Lobbygruppe.

(Obama ist ja eigentlich auch nur eingeheirateter Afroamerikaner; seine engste Familie ist weiß und er hat nie im Schwarzen Amerika gelebt. Wer denkt, dass Obama Schwarz ist, ist ein Rassist.)

Zusätzlich zu falschen Hasen wie Kramer *traumatisieren* mich zahlreiche ExpertInnen, teils im Pyjama, teils im Anzug, immer im Fernsehen, die mir erklären, wer ich bin und was ich will.

Die deutsche Trans-Rachel wäre wohl Khola Maryam Hübsch, Ahmadiyya-Sprecherin, laut ARD-Morgenmagazin das „öffentliche Gesicht der muslimischen Frau in Deutschland“ und „gern gesehener Gast in Talkshows“. (Wikipedia) Stört auch niemand, weil sie ja eigentlich ganz versöhnliche Sachen sagt. Nur ist sie leider deutsch. Bei Ariern im Bettlaken denke ich eher an Ku-Klux-Klan als an kulturellen Dialog. (Und bei muslimischen Frauen denk ich nicht an „öffentliche Gesichter“, aber das ist bestimmt mein internalisierter Rassismus.)

Tatsächlich predigt die Ahmadiyya-Gemeinde eher kulturelle Unterwerfung, bzw. „Liebe und Loyalität zum Vaterland“. Könnte erklären, warum Frau Hübsch so gern nach Berlin eingeladen wird.

Abgesehen davon, dass die Ahmadiyya bei der muslimischen Mehrheit ungefähr so anerkannt sind, wie Asylbewerber in Sachsen, erinnert mich dieser seidig verhüllte Versuch eines deutschen Nationalislams mit Bio-Geschmack schmerzhaft an den „Reichsverband nicht-arischer Christen e.V.“ – ein verzweifelter Versuch konvertierter Juden, von der NS-Rassengesetzen ausgenommen zu werden.

Wie der große sowjetische Schriftsteller Ilya Ehrenburg, Enthüller der Shoa, schon sagte: “Wenn ich als Jude angegriffen werden, muss ich mich auch als Jude verteidigen.” Und wenn sich ein Deutscher als irgendwas anderes verkleidet, dann sollte man ihn auch dafür angreifen.

Bis jetzt hat es kein Zentralrat (oder Anwärterverband) geschafft, die heutigen Rassengesetze zu beeinflussen. Minderheitenverbände führen bestenfalls zu Ghettoisierung auf gehobenem Niveau. Was bringt es, wenn du bei der Kanzlerin zum Tanztee eingeladen wirst, während die Grenztruppen „deine“ Minderheit durch den Wald jagen?

Please help me Dr. DIK!

So ist es kein Wunder, dass die Deutsche Islamkonferenz (DIK) von Wolfgang “desch Abschieble” Schäuble initiiert wurde. Diese CDU-Hilfstruppe gibt vor, 3,3 Millionen als Muslime rassifizierte Einwohner der BRD zu vertreten und setzt sich vor allem für die religiöse Indoktrinierung von Kindern ein. Also schickt die CDU gleichzeitig Relgionslehrer an Schulen, um Kinder zu islamisieren und anderseits Verfasschungsschützler, um die Jugendlichen zu “entradikalisieren”.

Präskriptive Toleranz und Überwachung – verblöden und wegsperren – das ist wohl diese “kultursensible Erziehung” von der alle Reden. Die Nazis freuen sich, wenn ich mich auf Bartpflege und Nachwuchs beschränke.

Walter Rathenau, Top-Manager und SPD-Außenminister, zog selbst über die “rückständigen Juden” her und wollte sie assimilieren.Sein Artikel “Höre Israel” könnte von Sarrazin stammen. Als Dank für seine treuen Dienste wurde Rathenau 1922 von Faschisten ermordet. Theodor Herzl andererseits, geistiger Vater des Zionismus, wollte zuerst alle Juden zum Katholizismus konvertieren. 1895, da war Hitler gerade 6, ging Herzl dazu über, die “freiwillige Ausreise” der deutschen und österreichischen Juden zu fordern.

Doch zurück zum heutigen Kulturzirkus: Weitere Leute die mich gar nicht amüsieren, sind ehemalige Sozialarbeiterinnen mit ausländischem Namen und deutscher Ausbildung, die mit Skandalromanen und Trash-Comedy Karriere machen. Ist es nicht sowas wie Blackfacing, wenn ich mir Selbstbräuner in die Fresse schmiere, um Hauptschüler nachzuäffen? Gut, mit 16 habe ich das auch gemacht, aber niemand bezahlte mich fürs blöd sein, also musste ich mir nen richtigen Job suchen.

Von Mundstuhl bis Erkan und Stefan war dieses Privileg auch nur für Deutsche (und schon damals hat sich niemand aufgeregt). Soll ich mich jetzt „empowert“ fühlen, weil Jilet Ayse von einer „richtigen“ Türkin gespielt wird? Ich glaube eher, dass Jungburschis in Zehlendorf sich durch solche Witzfiguren befriedigt fühlen.

Ja, Skandal! Überall Rassismus, im Bundestag, im Supermarkt und in meinem Sockenfach! Wenn man sich darüber aufregen will, gibt es viele Ziele in der BRD. Leider können die Radikalen besser nachplappern als nachforschen. Ich würde mich sehr über hausgemachte Enthüllungen zur deutschen Weltverschwörung freuen, anstatt Fertigware aus Amerika zu fressen. Dann würden wir endlich diesen ekligen Dauerkonsens durchbrechen und hätten was zum Streiten.

The passion of Abdul

So happy were you to get out of Kabul
You circumcised your own name, Abdul

Now you’re in the Europeans’ elite
Your-ol’-penis longs his erector to meet

You flee the West, so corrupt and greedy
Or your wife, she’s getting too cheeky

Half the Halfmoon is swimming to Greece
You fly pilgrim class to the Saudis

ABDUL-Wahabis don’t give a mess
You pay, God bless, kill lambs for IS

Homeless noble, mobile phone merchant
Creep back to the throne as holy servant

Humble Abdul, I admire your story:
Your old new name serves you poorly

Privatverhandlung für Nazi-Mörder (mal wieder)

sunnews_swns_nazi__2636232a

21.3.2016, Amtsgericht Tiergarten, Berlin. Wieder wird die öffentliche Teilnahme am Prozess gegen den mutmaßlichen Nazi-Mörder Rolf Z. verhindert:

  1. Das Gericht verlegte den Bericht in den Hochsicherheitssaal 500, nachdem die Burak B.-Ini zur öffentlichen Beobachtung aufrief. Das Gericht begründet die Zwangsmaßnahme damit, dass die Burak B.-Ini „linksextrem“ sei. Dieses Urteil stammt wahrscheinlich aus fundierten Beobachtungen des Verfassungsschutzes, denn im Strafgesetzbuch steht dieses Verbrechen noch nicht.
  2. ZuschauerInnen müssen sich vor betreten des Gerichts komplett filzen lassen und alle Gegenstände außer Bleistift, Notizblock und Ausweis abgeben. In jeder Sitzungspause müssen sie im kalten Treppenhaus stehen, manchmal bis zu einer Stunde lang.
  3. Die Personalausweise der ZuschauerInnen werden kopiert und archiviert, um „etwaige Störer“ leichter zu identifizieren. Angeblich werden die Kopien nach jeder Sitzung zerstört und nicht weiter verwendet (siehe Foto). Dass ist gelogen. Als ich heute gefilzt werde, haben die SaalwächterInnen noch meine Ausweiskopie von letzter Woche. Als ich darum bitte, dass meine Ausweiskopie wie auf dem Zettel angekündigt nach der Sitzung (nicht nach dem Prozess!) vernichtet oder mir ausgehändigt wird, droht die Justizangestellte mich zum nächsten Termin einfach rauszuschmeißen.

Mir gelingt im Laufe der Diskussion, ein Foto von der im Durchsuchungsraum aufgehängten Notiz zu machen. Wir können davon ausgehen, dass die Identitäten der ZuschauerInnen gespeichert und eventuell gegen sie verwendet werden. Prozessbeobachtung ist vielleicht nicht strafbar, aber bestraft wird sie trotzdem.

Rolf Z. Zettel Gericht

“Ablichtung von Personaldokumenten: Auf Anordnung der/s Vorsitzenden Richterin/s sind die Personaldoukumente […] der Zuhörer durch Justzizbeamte abzulichten. Die Ablichtungen werden den Polizeibehörden n i c h t ausgehändigt. Diese Maßnahme soll eine schnelle Identifizierung etwaiger Störer ermöglichen. Eine Datenerfassung der Ausweisdokumente erfolgt n i c h t. Die Ablichtungen werden von einem Justizbeamten beschleunigt der/m vorsitzenden Richter/in überbracht und nach Sitzungsende vernichtet.”

Zum Prozess selbst:

Heute ist der dritte Verhandlungstag. Zuerst sagen ein Zeuge und eine Zeugin aus, die am Tatmorgen gegen 6 Uhr den tödlich angeschossenen Luke Holland auf der Bordsteinecke Ringbahnstraße/Walterstraße vor der Bar „Del Rex“ fanden. Der Täter stand mit abgesenkter Schrotflinte neben dem Opfer und wird von beiden Zeugen als der anwesende Rolf Z. erkannt.

Dabei versuchen die Verteidigungsanwälte alles, um ihren Mandanten zu verstecken. Als eine Zeugin zur Ankeklagtenbank tritt, stehen sie sogar auf und versuchen ihr die Sicht zu versperren! Der Richter lässt diese Aggressionen unkommentiert. Erst auf Nachfrage von Nebenklageanwalt Daimagüler wird offenbart, dass seine Anwälte Rolf Z. rieten „Kooperationshandlungen generell zu unterlassen“. Das geht soweit, dass Rolf nicht mal aufsteht, damit Zeugen ihn richtig sehen können. Anscheinend will Verteidiger Sebastian Schmidt wirklich darauf hinaus, dass nicht Rolf Z., sondern ein anderer Waffenfetischist mit Ledermantel, weißen Haaren und Schrotflinte Luke Holland ermordet hat!

Während der Verhandlung blickt der schmierige Schmidt immer wieder zuckend ins Publikum, er wippt hin und her, fasst sich ins Gesicht, nuschelt seine wirren Anträge herunter und schnauzt den Nebenklägeanwalt und den Richter an.

Die Aussage der Zeugin: Sie war seit 0 oder 1 Uhr im Del Rex, hatte wenig getrunken. In der hippen Bar war ihr ein „Altberliner Typ“ aufgefallen, der „einsam“, „schräg“ und „deplatziert“ wirkte. Als sie auf eine Bestellung wartete, machte dieser Typ den Barkeeper auf sie aufmerksam und lächelte sie freundlich an. Sie hielt ihn für einen Bekannten des Barkeepers und dachte sich nichts weiter dabei.

Kurz vor 6 hörte die ganze Bar einen lauten Knall, aber weil in der Gegend Kids häufig mit Böllern spielen, hatte sich niemand etwas dabei gedacht. Ca. 10 Minuten danach trat die Zeugin mit ihrem Bekannten, ebenfalls Zeuge, vor die Tür.

Dort lag ein Mann auf dem Boden. Eine offene Bauchwunde deutete an, dass es kein Betrunkener war. Auf der Straße vor der Bürgersteigecke stand seelenruhig ein weißhaariger Mann mit langem Ledermantel, eine abgesenkte Schrotflinte in der Hand.

Den zwei Zeugen war nicht klar, dass auch sie in Gefahr waren. Der Zeuge wandte sich sofort dem Verwundeten zu, die Zeugin redete mit dem Bewaffneten: „Was soll das? Was ist hier los?“ Er ignorierte sie, rief in die Nacht: „Wo ist der Andere?“ Dann ging er zur Bar, wollte die Tür öffnen, drehte sich aber im letzten Moment um und ging davon. Die Zeugin redete weiter auf ihn ein, weil sie wirklich nicht fassen konnte, was passiert war.

Warum er die Waffe trage, fragte sie ihn. „Die habe ich zu meinem Schutz.“ „Warum rufen Sie keinen Krankenwagen?“ Als sie ihm nachläuft, dreht er sich ruckartig um und zielt mit der Waffe auf sie. „Lass mich in Ruhe!“ Erst jetzt spürt sie die Gefahr, weicht zurück. Der Täter schlendert davon und wird wenig später ohne Waffe, aber immer noch sehr entspannt, von der Polizei aufgegriffen. Auch diese Zeugin betont, dass der Täter ausgesprochen zurechnungsfähig wirkte.

„Wir haben wohl nicht in seinen Plan gepasst“, sagt die Zeugin. Er wartete wohl auf ein zweites Opfer, wurde aber durch die Zwei durcheinandergebracht. Wären sie nicht zuerst aus der Bar gekommen, hätten sie nicht so unfassbar mutig reagiert, wäre wohl noch ein Mensch gestorben.

Der Schuss fiel laut Aussagen von NachbarInnen um 5.52 Uhr. Der Notruf der ZeugInnen ging um 6.04 Uhr ein. Die Zeugin gibt an, erst eine gefühlte halbe Stunde nach dem Knall die Bar verlassen zu haben, also vielleicht 10 Minuten in Echtzeit. So lange muss also Rolf neben dem sterbenden Luke Holland auf sein zweites Opfer gelauert haben. Er hätte sehr leicht unerkannt fliehen können. Warum floh er nicht?

Es spricht aber gegen einen Amoklauf, dass Rolf Z. (oder sein mysteriöser Doppelgänger) die ZeugInnen unbehelligt ließ und von einem Zweiten sprach. Warum er es auf Luke abgesehen hatte ist (noch) nicht klar. Die Frage „Ist Rassismus das Motiv?“ fasst zwar die politische Bedeutung zusammen, aber es steckt mehr dahinter.

Die Zeugin ist Schwarz. Wenn Rolf Z. wirklich das Psycho-Nazi wäre, als das die Justiz in zeichnen will, hätte er sich doch mindestens abfällig dazu äußern müssen. „Die“ sind doch so impulsiv… Doch nicht mal die Dummen, welche die Medien als „Grenze des guten Geschmacks“ definieren, sind so übermotiviert. Meistens warten sie auf einen Befehl, bevor sie abdrücken. Erhielt auch Rolf Z. Befehle?

Es war kein Zufallsmord, kein Amoklauf. Auch Burak B. starb durch einen gezielten Anschlag. Vielleicht wurde Rolf nicht direkt befohlen, Leute niederzuschießen, aber er könnte belastendes Wissen haben. Daher seine Flucht in die Öffentlichkeit?  Solange ihm der Prozess gemacht wird, kann er nicht einfach ausgeschaltet werden. Die Hauptrolle im Prozess besetzen Rolfs großmäulige Verteidiger, die alles tun, damit der „Altberliner Typ“ seinen Altberliner Schnauze hält und niemanden belastet. Man kann auch im Fall Rolf Z. von einer Selbstenttarnung sprechen.

Je mehr sich die Behörden sich wie Verschwörer benehmen, umso naheliegender die Verschwörungstheorie. In Rolfs Wohnung fand die Polizei Munition und schwere Waffen. Sein Bruder hat anscheinend eine Schießanlage in seinem Keller. Und Rolf Z. war in der Gegend zumindest so bekannt, dass er als Verdächtiger im Fall Burak B. genannt wurde. Das alles spielt in diesem Prozess bislang keine Rolle. Es geht um Formalitäten: Wie sah der Täter aus? Wieviele Läufe hatte die Flinte? Waren die ZeugInnen betrunken?

Wer ist dieser „einsame“, „schräge“ und routiniert mordende „Altberliner Typ“? Warum verschwinden in den Ermittlungen Hintergrundinformationen? Woher hat er zwei derart hartnäckige Anwälte? Warum soll er als Psychopath dargestellt werden? Warum versucht die Verteidigung immer noch, die Identität des mehrfach eindeutig Identifizierten zu leugnen? Würde es das Strafmaß nicht eher mildern, wenn Rolf Z. Reue heuchelt und sich mit  schäumenden Maul aus dem Gerichtssaal tragen lässt? Und vor allem: Warum ließ Rolf Z. sich so leicht fassen? Vielleicht weil er durch den Mord an Burak wusste, dass Berliner PolizistInnen unfähig sind einen Mörder zu fassen, selbst wenn er ihnen auf den Streifenwagen scheißt… ähhh „schießt“?